Leinenführigkeit in der Hundeerziehung

Leinenführigkeit Ihres Hundes erlangen. Wir zeigen wie es geht mit Körpersprache, Signal und Methoden. Erfahren Sie mehr!

Leinenführigkeit ist ein wichtiger Bestandteil der Hundeerziehung. Es bedeutet, dass dein Hund an der Leine geht, ohne zu ziehen. Das ist besonders wichtig in der Stadt oder wenn andere Hunde dabei sind. Du kannst dies durch Körpersprache oder Signal erlernen.

Leinenführigkeit mit Köpersprache

Eine Methode, die häufig empfohlen wird, ist die Verwendung von Körpersprache. Dabei geht es darum, dem Hund den Weg abzuschneiden, indem man ihm in den Weg springt oder ihn mit Körper, Bein oder Hand zurückdrängt bzw. anhält, wenn er überholt. Es wird auch häufig gesagt, dass man “in den Hund hineingeht” oder ihn im Kreis abdrängt. Diese Methode beruht darauf, dass der Hund niemals vor dem Menschen gehen darf. Ein Hund, der nicht vorne läuft, der kann auch nicht ziehen.

Leinenführigkeit durch Signal

Du bringst deinem Hund bei, auf deine Signale zu hören und dir zu folgen. Es gibt verschiedene Methoden, Leinenführigkeit zu trainieren. Hier sind einige Schritte, die du befolgen kannst:

  • Beginne mit kurzen Trainingseinheiten von wenigen Minuten. Achte darauf, dass das Training immer positiv zu Ende geht.
  • Verwende eine kurze Leine, (Führungsleine) um deinem Hund zu zeigen, dass er in deiner Nähe bleiben soll.
  • Belohne deinen Hund, wenn er in deiner Nähe bleibt und nicht zieht. Verwende Leckerlis oder Lob.
  • Wenn du merkst das dein Hund trotzdem in den Zug übergehen will, hilft auch ein 3-maliges kurzes rucken. Das rucken sollte wie ein anstupsen einer Person sein (es dient der Aufmerksamkeit).
  • Wiederhole das Training regelmäßig, um sicherzustellen, dass dein Hund die Leinenführigkeit beherrscht.

Mit fairer Konsequenz wird dein Hund das gewünschte Verhalten nach einigen Monaten zeigen. Die richtige Hundeerziehung ist das A und O.

Ab wann solltest du mit dem Üben beginnen.

Grundsätzlich kannst du dies schon mit Welpen üben, hier solltest du nur ganz kleine kurze Schritte machen. Es Muss aufs alter abgestimmt sein dein Training.

Ab dem alter von etwa 6 Monate kannst du dann mit dem richtigen Training beginnen, jetzt ist dein Hund alt genug um das Training stärker auszubauen.

Hast du schon einen älteren Hund wirst du mehr Geduld für die Leinenführigkeit aufbringen wie mit einem Jungen Hund.

Lohnt sich dein Rückruf?

Mit dem Rückruf für Ihren Hund Konflikte vermeiden & entschärfen. Mit dem Rückruf mehr Freiheiten für Ihren Vierbeiner erleben!

Warum ist das Rückruf-Kommando so wichtig?

Es scheint vielleicht etwas Paradox, doch ein Hund, der in jeder Situation auf Kommando zu seinem Halter zurückkommt, kann viel mehr Freiheiten genießen.

In vielen Alltagssituationen ist der Rückruf äußerst hilfreich. Der Rückruf kann Konflikte vermeiden und entschärfen, die zwischen Ihrem Hund und anderen Vierbeinern, Menschen oder Ihnen selbst zu entstehen drohen.

Ein kleines Beispiel: Nicht immer ist es von Passanten erwünscht, dass ihnen ein fremder Hund nahekommt. Das kann ganz verschiedene Gründe haben, zum Beispiel fürchtet sich der Passant vor Hunden. Auch andere Gassigeher wünschen sich nicht immer, dass der eigene Hund mit anderen Hunden auf Tuchfühlung geht. Daher ist es sinnvoll, den eigenen Hund jederzeit vorausschauend in den direkten Einwirkungskreis rufen zu können.

Ist bei weiterer Annäherung von der Gegenseite mit einer freudigen Begegnung zu rechnen, kann dem Vierbeiner wieder der Freilauf gewährt werden.

Auch im Hinblick auf eine gute Beziehung zwischen Ihnen und Ihrem Hund lohnt sich ein gut geübter Rückruf. Es kann wirklich sehr anstrengend und nervenraubend sein, wenn der eigene Hund alles beschnüffelt, zu jedem anderen Hund oder Menschen hin geht, Fährten verfolgt, jagen geht oder nur die Umgebung erkundschaftet und dabei erst aus eigenen Stücken entscheidet, wann er zu dir zurück kommt. Der Rückruf hilft folglich auch dabei Rangordnungsprobleme zu vermeiden.

Weiterhin dient der Rückruf der Sicherheit deines Hundes.

Stell dir vor, dein Hund nimmt eine interessante Fährte auf und läuft in die Richtung einer befahrenen Straße oder vor ein herannahendes Fahrrad. In dieser Situation bis du deutlich entspannter, wenn du mit dem Rückruf deinen Hund auf die Entfernung “lenken” kannst.

Der Rückruf und die Eigenschaften des Belohnens

Als erstes solltest du dir klar machen, was dein Hund als Belohnung versteht und wie du abwechselnd diese in den Alltag mit Einbauen kannst. Dies ist der Grundstein für den Rückruf und daher habe ich in einem weiteren Bericht das Belohnen & Bestrafen ausführlich beschrieben. Nun aber werde ich ein wenig den Belohnungsbereich erläutern und dir dann den Rückruf erklären.

Als Belohnung kann alles gelten was dein Hund als interessant, spannend oder lecker empfindet, anders ausgedrückt, bringt eine richtige Belohnung immer ein gutes Gefühl mit sich und das ist auch der springende Punkt der beachtet werden muss. Somit ist beim Rückruf etwas Disziplin für den Menschen nötig. Eine weitere Möglichkeit ist, dass man sich einfach klar macht, warum die Umwelt für unsere Hunde so spannend ist, dass sie nicht kommen, wenn man sie ruft. Sie ist immer abwechslungsreich und bietet viele, fesselnde Überraschungen. Somit belohnt die Umwelt den Hund ständig für sein Interesse an ihr.

Wir brauchen also unterschiedliche Primärverstärker und Sekundärverstärker die dein Hund toll findet. Werden diese dann richtig angewendet, wird der Rückruf mit Sicherheit schnell von deinem Hund ausgeführt. Anmerken muss ich aber, dass dies lediglich funktioniert, wenn der Reiz nicht schon zu groß ist (lerne deinen Hund zu lesen). Somit muss der Rückruf immer rechtzeitig erfolgen bevor der Reiz deinen Hund unansprechbar macht. Warum? Weil der Hund abwägen kann, ob er lieber Hasen hetzen möchte oder Leberwurst schlecken. Und weißt du warum? Jeder Hund ist ein Jagdraubtier, somit wird beim Stöbern, Fährten oder Hetzen von innen raus belohnt mit Dopamin. Dopamin ist das Hormon der Neurotransmitter Lerndroge die einen selbstbelohnt.

Wichtiger Tipp: Du solltest dir eine Liste aufstellen, mit den richtigen Belohnungen für deinen Hund und stelle diese nach dem Wertigkeitsprinzip auf. Dies kann Futter ein Spielzeug, oder Freilauf usw. sein.

Weiter zum Thema Belohnung?

So üben wir den Rückruf des Hundes

Was können wir nun tun? Nach dem ich euch die Belohnung etwas nähergebracht habe, geht es nun über in den Trainingsaufbau, damit eure Mühen auch zum Erfolg führen.

Das Ziel des Rückrufs: Der Hund sollte allen Umweltreizen so gut wie möglich widerstehen können und ohne Umschweife zu dir zurücklaufen. Das heißt, dass du so interessant für deinen Hund bist, dass es ihm keine große Mühe bereitet sich von der Ablenkung sofort wegzureißen und zurückkommt. Nehme dir 5-10 Minuten Zeit für das Rückruf-Training, länger können sich Hunde ohnehin nicht konzentrieren. Du solltest zu Beginn in einer absolut ablenkungsfreien Umgebung trainieren. Das kann beispielsweise ein Zimmer in deiner Wohnung sein. Denn es ist wichtig, dass sich dein Hund in dem Moment des Rückrufs nicht mit bedeutsamen Dingen beschäftigen kann. Später kannst du auf einer neuralen Wiese oder auf dem Spaziergang mit wenigen Reizen den Rückruf aufbauen, indem wir dies mit geringer Distanz zum Hund immer wieder abfragen. Denn die Übung macht den Meister und der Hund lernt das es jedes Mal spannend und lecker ist, wenn der Rückruf eingeleitet wird.

Somit entsteht bei deinem Hund nach einer gewissen Zeit ein gutes Gefühl beim Rückruf. Dieses gute Gefühl ist für uns enorm wichtig um ein gutes Verhalten mit Freude an den Tag zu legen. Haben wir nun bereits den Rückruf auf kurzer Distanz eingeübt, müssen wir die Ablenkungen bzw. die Reize langsam steigern. Dies kann beispielsweise ein anderer Hund sein der euren Weg kreuzt oder Spaziergänger. Wenn ehr Reize beim Üben entstehen, dann sollte die Belohnung angepasst werden. Die Wertigkeit der Belohnung muss mindestens gleichwertig sein zu den Reizen oder diese übersteigern.

Überlege dir ein klares Markersignal, das bisher noch nicht zum Einsatz kam (z.B. „zu mir“ oder „komm“). Alternativ kann der Rückruf auch mit einer Hundepfeife trainiert werden.

Das Rückruf Training kann beginnen

Animiere dein Hund mit einer freundlichen Stimme und einer einladenden Körperhaltung zu dir zu kommen. Erst wenn du siehst, dass dein Hund zielgerade auf dich zukommt, geben wir das Kommando für den Rückruf (Markersignal Beispiel Pfeife). Erst nach dem Signal für den Rückruf holen wir die Belohnung hervor, damit vermeiden wir, dass dein Hund zukünftig den Kosten-Nutzen-Faktor „Wertigkeit“ für das Kommen abwägt. Hat dein Hund seine verdiente Belohnung bekommen, sollte das Kommando wieder aufgelöst werden. Das funktioniert beispielsweise mit einem Auflösungswort (z.B. „OK“, „Spielen“, „Frei“ oder „Lauf“).

Wichtiger Tipp:

Du solltest deinen Hund nie herbeirufen, wenn auch nur die geringste Chance besteht, dass er nicht zu dir kommt. Wie schon erwähnt, Lerne daher, die jeweilige Situation und Körpersprache deines Hundes zu deuten. Das hilft dir immens beim Trainingserfolg. Wenn dein Hund nun das Kommando in ablenkungsfreier Umgebung über einen längeren Zeitraum folgt, kannst du beginnen mit sehr kleinen Ablenkungen und Reizen zu arbeiten. Die Intensität der Ablenkungsreize du aber nur in sehr kleinen Schritten erhöhen.

Sollten die Reize für deinen Hund zu groß sein, hast du die Schritte etwas zu groß gewählt. Gehe etwas zurück bis die Reize kleiner sind und übe weiter mit kleineren Reizen. Sollten jedoch die Reize immer zu groß sein, könntest du mit dem Rückruf-Training auch mit einer großen Schleppleine als Hilfsmittel starten. Bitte die Schleppleine immer an einem Geschirr für den Hund befestigen (nicht am Halsband, sonst versauen wir die Leinenführigkeit). Dein Hund kann durch leichten Zug an der Leine in deine Richtung gelockt werden. Reagiert der Hund gar nicht, kann er mit der Leine mitgenommen werden. In diesem Fall solltest du jedoch das Signal für den Rückruf erst gar nicht benutzen.

Fazit: Das Rückrufsignal sollte möglichst immer mit Erfolg verknüpft sein, das heißt, der Hund kommt zu dir zurück und bekommt von dir eine tolle Belohnung.

Die Ablenkung

Wichtiger Tipp: Auch hier würde ich dir empfehlen eine Liste auf zu stellen, die alle möglichen Ablenkungsreize für deinen Welpen- Junghund beziehungsweise Hund enthält. Ordne sie nach der Schwierigkeit der Ablenkung: Das bedeutet welche Dinge beeindrucken deinen Hund während des Trainings so sehr, dass ein Zurückkommen sehr unwahrscheinlich wird? Welche Umweltreize ignoriert er. Welche lenken ihn nur gering ab?

Somit beginnst du immer mit den kleinsten Ablenkungen und arbeitest dich in ganz kleinen Schritten bis zu der größten Ablenkung auf der Liste vor. Dein Hund meistert irgendwann auch den Rückruf in der schwierigsten Situation.

Das Fazit: Der Aufbau eines sicheren Rückrufs aus verschiedenen Situationen heraus braucht eine sehr lange Zeit. Die Belohnungen müssen zu jeder Situation gleichwertig oder höherwertig ausfallen. Der Rückruf muss eigentlich jeden Tag aufs Neue geübt werden.

Erfreue und feiere kleine Erfolge, erwarte am Anfang nicht zu viel von deinem Hund. Wichtig ist, dass die Freude am Wiederkommen stets aufrechterhalten wird und kein “Frust” entsteht, sonst kann es passieren, dass du im Training möglicherweise zurückfällst.

Wir lernen einfacher ohne Strafen, Druck und den ganzen negativen Gefühlen die in uns dabei hochkommen.

Kleines Beispiel dazu: Wenn wir einen Gefallen jemanden erfüllen, verlangen wir auch nicht gleich eine Gegenleistung. Aber für welche Menschen tun wir so etwas? In den meistens Fällen tun wir dies für unsere Freunde oder wenn wir jemanden mögen. Tyrannen die uns meistens drangsalieren und niederknechten kommen uns doch nie ins Gedächtnis. Hunden geht es genauso. Wenn dich dein Hund aufgrund deines eigenen, freundlichen, belohnenden Verhaltens als Freund empfindet, dich liebt und sich sicher ist, dass du dich freust, tut er auch mal was, auch wenn du als Belohnung nichts bieten kannst. Dann gibt es wieder eine tolle Überraschung und alles ist gut.

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